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Leicht verwechselbare Wörter der deutschen Sprache Teil 1 (A-K)


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Laut- bzw. schriftbildähnliche Wörter werden leicht verwechselt, besonders dann, wenn auch ihre Bedeutungen ähnlich sind. Daher kommt es nicht selten zu Fehlleistungen und Fehlern, zur falschen Wortwahl. Dies ist nicht etwa nur bei Fremdwörtern der Fall, sondern auch bei laut- und zugleich bedeutungsähnlichen deutschen Wörtern. Der vorliegende Artikel erläutert eine Auswahl von Wörtern, die unter diesem Gesichtspunkt der Verwechselbarkeit gegenübergestellt werden.

anscheinend/scheinbar: In der Alltagssprache wird der Bedeutungsunterschied zwischen den beiden Wörtern häufig außer acht gelassen. Man unterscheidet sie folgendermaßen: Mit anscheinend wird die Vermutung zum Ausdruck gebracht, daß etwas aufgrund des Anscheins auch wirklich so ist: Zwischen den Kunden dieser Geschäfte wird niemals ein Wort gewechselt; anscheinend mögen sie sich nicht. Das Adjektiv scheinbar besagt, daß etwas nur dem Schein nach, aber nicht in Wirklichkeit so ist, wie es sich darstellt: Er wies nach, daß die Regie die Einkünfte nur scheinbar vermehre, in Wahrheit aber dem Staat nichts nütze.

asozial/unsozial: Unter asozial versteht man in erster Linie ein Verhalten, das gegen die Gesellschaft gerichtet ist: Die Beamten sollten prüfen, ob es sich bei den Häftlingen um asoziale Elemente handele. Der übliche Gebrauch von unsozial deckt sich mit der Bedeutung sozial ungerecht, dem sozialen Empfinden nicht gemäß: Es ist unsozial, die Unkosten auf die Verbraucher abzuwälzen.

-lich/-bar: Von manchen Verben werden Adjektive mit den Endungen -bar oder -lich gebildet. Sie sind zwar oft inhaltlich identisch oder ähnlich, es gibt aber dennoch einen wesentlichen Unterschied: Adjektive mit -bar geben eine Möglichkeit an, Formen mit -lich ein Merkmal: was erklärbar ist, ist einer Erklärung grundsätzlich zugänglich. Was erklärlich ist, kann durch Erklären auch tatsächlich verstanden werden, ist daher so gut wie selbstverständlich.

doppeldeutig/zweideutig: Was doppeldeutig ist, läßt zwei Deutungen zu, es ist nicht eindeutig; eine doppeldeutige Formulierung ist nicht klar, kann auf zweierlei Weise ausgelegt werden: Das Orakel ist doppeldeutig. Was zweideutig ist, ist oft bewußt unklar gehalten, um nach zwei Seiten hin auslegbar zu sein: Während er weitersprach... in einem zweideutigen Ton, der Lob und Tadel anklingen ließ.

elektrisch/elektronisch: Elektrisch bedeutet die Elektrizität benutzend, zu ihrer Messung oder Verwendung dienend. Glühlampen, Föne u.s.w. sind elektrische Geräte. Elektronisch bedeutet die Elektronik betreffend: Eine große elektronische Rechenmaschine mit mehreren 10 000 Transistoren.

formal/formell: Formell bedeutet sowohl dem Gesetz oder der Vorschrift nach, offiziell, amtlich als auch den Regeln der Umgangsformen, der Höflichkeit entsprechend (ein formelles Benehmen): Durch den Erlaß des Einparteiengesetzes wurde das parlamentarische Regierungssystem auch formell beseitigt. Formal bedeutet die äußere Form von etwas betreffend: Sie unterscheiden sich nicht nur formal, sondern auch bezüglich ihres Benehmens.

grammatisch/grammatikalisch: Grammatisch bedeutet sowohl die Grammatik betreffend als auch den Regeln der Grammatik entsprechend, während grammatikalisch der ersten Bedeutung von grammatisch entspricht: Es handelt sich hier um ein grammatisches/grammatikalisches Problem. Aber: Der Satz ist grammatisch korrekt.

jährlich/-jährig: In adjektivischen Zusammensetzungen bedeutet -jährlich in einem bestimmten zeitlichen Abstand wiederkehrend. Wenn eine Tagung halbjährlich stattfindet, wird sie jedes halbe Jahr abgehalten. -jährig bedeutet in Zusammensetzungen eine bestimmte Zeit dauernd oder eine bestimmte Zahl an Jahren alt. Wenn eine Tagung nach halbjähriger Pause wieder stattfindet, hat die Pause ein halbes Jahr gedauert.

Kriminaler/Krimineller: Ein Kriminaler ist ein Kriminalbeamter: Ein Kriminaler mußte eingeschaltet werden, um den Fall aufzudecken. Ein Krimineller hingegen ist jemand, der ein Verbrechen begangen hat und somit straffällig geworden ist: Der perfekte nordische Wohlfahrtsstaat gewährt auch seinen Kriminellen ein Höchstmaß an Wohlstand in fidelen Gefängnissen.

Lesen Sie in der nächsten Ausgabe die Fortsetzung dieses Artikels, die sich mit derselben Problematik beschäftigen wird, wobei in alphabetischer Reihenfolge eine Auswahl von leicht verwechselbaren Wörtern von K-Z erläutert werden.









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