Wenn
Sie sich um Aufträge bewerben, werden Sie fast
immer nach Ihren Preisen gefragt werden, die meist
pro Wort angegeben werden. Um ein Gebot abgeben
zu können, müssen Sie Ihre Lebenshaltungs-
und Geschäftskosten genau errechnen. Überlegen
Sie, wieviel Sie pro Tag und Monat arbeiten können
und errechnen Sie daraus einen Pro-Wort-Preis.
Wenn
Sie zum Beispiel von zu Hause aus arbeiten und Ihre
Miete 600 pro Monat beträgt und Sie weitere
1000 für alle anderen anfallenden Kosten
benötigen (Telefon, Versicherungen, Auto usw.),
dann müssen Sie mindestens 1600 pro Monat
einnehmen. Im Idealfall könnten Sie 5 Tage
pro Woche und 8 Stunden am Tag arbeiten.
Jedoch
können Sie nicht diese ganze Zeit mit dem Übersetzen
verbringen, da Sie auch Zeit für Organisatorisches,
Werbung, Rechnungsstellung und andere geschäftsbezogene
Aktivitäten benötigen. Außerdem
können Sie sich nicht darauf verlassen, dass
Sie als Freiberufler genügend Aufträge
erhalten, die Sie 40 Stunden die Woche beschäftigen,
vor allem dann nicht, wenn Sie neu sind im Geschäft.
Nehmen wir also an, dass Sie ausreichend Arbeit
erhalten, um Sie im Schnitt 3 Tage pro Woche zu
beschäftigen.
Wenn
Sie am Tag 2500 Wörter übersetzen können
(das Korrekturlesen eingeschlossen), dann produzieren
Sie im Monat etwa 30 000 Wörter, was heißt,
dass Ihr Preis pro Wort bei mindestens 0,053
liegen muss, nur um Ihre Grundkosten zu decken.
Daher kann Ihr Mindestpreis nicht unterhalb dieser
Grenze liegen, außer Sie können darauf
vertrauen, dass Sie jeden Monat regelmäßig
mehr Arbeit als das geschätzte Minimum erhalten.
Das
gleiche Prinzip gilt natürlich auch, wenn Sie
Ihren Kunden einen Stundenpreis berechnen, wie zum
Beispiel für Korrekturlesen, DTP oder Dolmetschen.
Unter Verwendung der oben genannten Zahlen, würde
Ihr Stundenpreis bei ungefähr 17 liegen
(1600 geteilt durch 4 Wochen geteilt durch 24 [der
Stundenzahl, die Sie wahrscheinlich mit Aufträgen
von Kunden erreichen]).
Bitte
beachten Sie, dass diese Zahlen nur zur Veranschaulichung
verwendet wurden und dass Sie, abhängig von
Ihrer persönlichen Situation, variieren können.
Wenn Sie den PreisRechner, den Sie unter Werkzeuge
/ Extras --> PreisRechner
finden, verwenden, können Sie sich Ihren Mindestpreis
leicht errechnen. (Natürlich gibt es nach oben
keine Grenzen - im Idealfall!)
Wenn
Sie mit Ihren Kunden über Preise verhandeln,
sollten Sie darauf hinweisen, dass auch Sie ein
Unternehmen führen und dass Ihre Preise deshalb
wirtschaftlich errechnet sind. Abhängig von
Ihrem Standort kann Ihr Mindestpreis über oder
unter dem Durchschnitt liegen. Aber Sie sollten
nicht vergessen, dass nicht der Preis sondern vor
allem die Qualität langfristige Geschäftsbeziehungen
sichert. Daher ist Ihr Preis auch dann gerechtfertigt,
wenn er über dem anderer Anbieter liegt - so
lange Sie qualitativ hochwertige und pünktliche
Arbeit abliefern.