Übersetzen als Neuschreiben: die Macht des Übersetzers
By Dr. Charlotte Frei,
gathered experience in the field by translating
French and Spanish Literature and Philosophy
frei@ilch.uminho.pt
http://www.accurapid.com/journal/33rewriting.htm
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Abstract
The translator, in addition to having an in-depth
understanding of the source text, must decide whether
to translate only „what is there” or whether to look
deeper, into the external links of the text, the time
and place it reflects, and whether or not, and how,
to rewrite it when transplanting it into the target
culture. The translator must often also decide how
to handle quotes in the source text if those quotes,
or their sources as indicated, are inaccurate. In
this respect, the translator often functions as a
critic, philologist, and editor of the translated
work.
Die Geschichte des Denkens hat immer
wieder neue Begriffe hervorgebracht und alte verworfen.
Dennoch handelte es sich bei einem solchen Vorgehen
um kein definitives Todesurteil, wohl aber eine Transformation,
eine Reformulierung. In seiner Schrift Qu'est-ce
qu'un auteur? bestätigt Foucault diese Tatsache,
indem er mit Blick auf den Autor erklärt, daß
dessen Verschwinden es ermöglicht hat, die Autor-Funktion
(fonction-auteur) zu finden.1
Um auf die Frage Wer spricht? eine
Antwort zu finden, ist es in diesem Sinne angebracht,
nicht nach einem individuellen Subjekt Ausschau zu
halten, sondern nach einem transindividuellen und
mehrfachen, das allein im Zusammenspiel einer Vielzahl
von Diskursen über dasselbe erkennbar wird. Anstatt
im Autor ein Zeichen mit Verweischarakter zu sehen,
das den Werken vorausgeht und den Ausgangspunkt für
eine Sinnfindung bilden kann, enthüllt die moderne
Hermeneutik den Autor als ein gewisses Funktionsprinzip
„par lequel, dans notre culture, on délimite,
on exclut, on sélectionne: bref, le principe
par lequel on entrave la libre circulation, la libre
manipulation, la libre composition, décomposition,
recomposition de la fiction (Foucault 1994a:
811).
Die Umwandlung des Autors in die Autor-Funktion
ist auch mit Blick auf die Problematik des Übersetzens
bedeutsam, insbesondere wenn man die zwischensprachliche
Übersetzung als eine spezifische Form der Neuschreibung
(frz. réecriture, sp. reescritura, engl. rewriting)
von literarischen Werken auffaßt. Unter Neuschreibungen
sensu lato fallen, laut Lefevere (1997: 19),
u.a. auch Buchrezensionen, Kritiken, sowie Bühnen-
oder Filmaufführungen. Nichtsdestotrotz fällt
die Übersetzung fremdsprachiger Werke unter jene
Neuschreibungen mit potentiell tiefergreifenden, zielseitigen
und damit auch ausgangsseitigen Wirkungen. Denn sie
ist dazu befähigt, „de proyectar una imagen de
un autor y/o una (serie de) obra(s) a otra cultura,
elevando a ese autor y/o esas obras más allá
de los límites de su cultura de origen
(ders. 1997: 22). Wenn translatorische Neuschreibungen
das Bild eines Autors und eines Werkes auf konkrete,
grenzüberschreitende Weise projizieren, dann
erfüllt der Übersetzer eine Autor-Funktion,
indem er nämlich den Text an die Regeln der literarästhetischen
Produktion bzw. Rezeption des kulturellen Zielsystems
anpaßt (oder auch nicht). Dabei richten sich
die Abweichungen von literarischen Schemata, stilistischen
und anderen Eigenheiten, nach dem konkreten Übersetzerprojekt
und dem Spielraum, den der historische Zusammenhang
der Übersetzungstheorie und -praxis den translatorischen
Neuschreibungen zumißt.
Betrachtet man den Übersetzer
im Licht seiner Autor-Funktion, dann lassen sich ihm
gleichfalls die vier Hauptcharakteristika zuordnen,
die, nach Foucault, die Autor-Funktion im juristischen,
diachronischen und operativen Sinne und bezüglich
der Subjekt-Positionen bestimmen.2
Untersucht man eines dieser Merkmale aus der Perspektive
des Übersetzers, stellt sich z.B. die Frage,
inwiefern die Autor-Funktion des Übersetzers
aus mehreren, verschiedenen Subjekt-Positionen besteht,
die sich nicht auf ein empirisches Individuum verkürzen
lassen? Unter Subjekt-Positionen sind Stellungnahmen
zu verstehen, die von unterschiedlichen, d.h. ästhetischen,
pragmatischen, kulturellen Perspektiven ausgehen.
Die Autor-Funktion wird auch über diese Subjekt-Positionen
gesteuert und nimmt somit teil an der begrenzenden,
ausgrenzenden, zensorischen Dynamik derselben. Gleichwohl
ist die translatorische Beteiligung an dieser Dynamik
zudem eine kritische Reflexion über diese Funktion.
Anders ausgedrückt: Wenn die Autor-Funktion die
Herstellung des Textes, den freien Umlauf und die
freie Manipulation desselben im literarischen Feld
der Ausgangskultur begrenzt, so zeigt sich, daß
die Tätigkeit des Übersetzers eine Verkehrung
dieser Begrenzungsmechanismen ermöglicht. Hierzu
läßt sich das Beispiel der Gattungsnormen
anführen, die einen Autor in einer bestimmten
Epoche dazu verpflichten, gewissen rigiden poetologischen
Mustern zu folgen, die in einem heterogenen ästhetischen
System bzw. Tradition einem anderen Schema folgen.
In diesem Fall kommt die Autor-Funktion des Übersetzers
einem Paralleldiskurs gleich, der sich auch als potentieller
Gegendiskurs erweisen kann, was die Art und Weise
betrifft, wie Gedanken, Themen und Formen konzipiert,
in Umlauf gebracht und verändert werden können.
Damit es nun zu einer Neuschreibung
im Sinne eines „rapport-„décentrement
(Meschonnic 1999: 95-6) kommen kann, also einem Bezug
zwischen Text und Version, der über die dichotomische
Bestimmung von Identität und Alterität hinausgeht,
ist es notwendig, daß der Übersetzer einen
Standort bezieht und zwar im Hinblick auf das, was
sich ihm als Text-Faktum präsentiert. Eine wichtige
Voraussetzung dafür ist die Einsicht, daß
das Verstehen keinen direkten Zugang zum Text ermöglicht
bzw. verspricht. Dementsprechend ist es ratsam, eine
Prämisse der klassischen Interpretationstheorie
in bezug aufs Übersetzen in Frage zu stellen.
Z.B. erklärt George Steiner in seinem Standardwerk
After Babel hinsichtlich der ersten hermeneutischen
Bewegung, die den Translationsprozeß einleitet:
„All understanding, and the demonstrative statement
of understanding which is translation, starts with
an act of trust (ders. 1992: 312).
Was sich in dieser Aussage niederschlägt
ist zum einen die persistente Verkürzung des
Übersetzungsphänomens auf eine Verstehens-
und Interpretationsleistung3,
d.h. einen Sinntransfer, dem die gleichermaßen
persistente Auffassung des „Originals als einer
homogenen und zeitlich bzw. örtlich unveränderlichen
Bezugsgröße unterliegt. Zum anderen impliziert
sie das Bild des Übersetzers als eines uneigennützigen
und neutralen Handlungsträgers, eines Filters,
der frei von kodifizierten Wahrnehmungsmustern bzw.
kein Teil der sozio-ökonomischen und ästhetischen
Kraftfelder einer kultursymbolischen Produktion wäre,
die gemäß eigener Gesetzesmäßigkeiten
und hierarchischer Strukturen funktioniert. Verstehen
ist immer etwas verstehen. Übersetzen ist immer
etwas übersetzen. Das translatorische Verstehen
ist ein Textverstehen, wenngleich Übersetzen
als Neuschreiben auch andere Verstehensmodalitäten
umsetzen kann, die wir aber an diesem Ort nicht berücksichtigen.4
Der Übersetzer unternimmt es,
sich mit dem Text ins Einverständnis zu setzen,
wobei sich aber keinesfalls grundsätzlich voraussetzen
läßt, daß eine solche Verständigung
gelingen wird oder, und mit Blick auf die Funktion
des Zieltextes und das Übersetzerprojekt, das
(Ein-)Verständnis bei der konkreten Umsetzung
in die Zielsprache nicht einer Abwandlung unterzogen
wird. Die Vorbedingung eines „Vertrauensaktes
von Seiten des Übersetzers, wie sie die klassische
Hermeneutik postuliert, impliziert die unbelegte Prämisse
der Universalität menschlicher Verstehenshandlungen
und damit die Homogenität ahistorischer und kontextunabhängiger
Subjekte, die aus einem Vakuum heraus verstehen und
übersetzen. In dieser Prämisse wird ein
vorzeitlicher und paradiesischer Zustand simuliert,
der nichts weniger als die Theogonie des Ursprungs
neu erzählt.5
Da sich aber das Übersetzen tatsächlich
weder in einem leeren noch neutralen oder globalen
Raum abspielt, sondern konkreten Bedingungen unterliegt
sowie konkrete Ziele verfolgt, ist auch der Text immer
schon nach dem „Fall zu verorten, schon im Körper,
der Welt und der Zeit. Textualität ist nicht
das Ergebnis einer natürlich-organischen Entwicklung.
Sie ist das Resultat einer Transformationshandlung,
die durch eine Ordnung und eine Form bestimmt ist
und wiederum bestimmend wirkt sowie intra- als auch
extratextuellen Kriterien bzw. auktoralen Stellungnahmen
entspricht.
Für ein Bewußtsein, das
mit dem vielschichtigen Bezugssystem eines Sprachwerks,
seinen intertextuellen, direkten oder indirekten Hinweisen
und den Windungen eines in Textform gegossenen Ausdrucks
rechnet, ist der Vertrauensakt keine Regel, sondern
möglicherweise die Ausnahme, die jene bestätigt.
Der Zweifel kann oftmals nützlicher sein, wenn
es darum geht, im Übersetzungsprozeß die
internen Schwierigkeiten des Ausgangstextes offenzulegen,
und sich ihnen zu stellen. Wie Enzensberger weiß,
kommt beim Übersetzen manches zum Vorschein,
das unerwartete Einblicke in die Textkomposition der
Vorlage gibt: „die wunderbaren Erfindungen und die
heimlichen Mängel, die Zaubertricks und die Marotten,
die technischen Höhenflüge und die blinden
Stellen (ders. 1999: 392).
Im folgenden sollen zwei Beispiele
zeigen, inwiefern das (vermeintliche) Verstehen des
Ausgangstextes und die unveränderte bzw. ungeprüfte
Übernahme seiner Elemente in den Übersetzungsprozeß
zur unkritischen Weitergabe von Textproblemen gereicht.
Zu diesem Zweck greifen wir auf eigene Erfahrungen
innerhalb der Übersetzungspraxis zurück
und nehmen Bezug auf zwei Werke der spanischen Exilphilosophin
María Zambrano: La agonía de Europa
(1945) und El hombre y lo divino (1973).
1. Quevedo. Das erste, anzuführende
Beispiel betrifft ein Zitat des Barockdichters Quevedo,
aus dem zweiten Teil von La agonía de Europa.
Es handelt sich um ein direktes Zitat, da sich die
Strophen vom laufenden Text absetzen. Nichtsdestotrotz
ist es kein „reines direktes Zitat, weil Zambrano
keinen Hinweis auf den Autor bzw. das Werk gibt.6
Auch wird das Gedicht nicht betitelt und erst mehrere
Zeilen später wird auf „esta afirmación
religiosa y poética de Quevedo (Zambrano
2000: 59) hingewiesen. In dem vorangehenden Abschnitt
beschreibt die Autorin den Abendländer und hebt
seine Besonderheit hervor, nämlich sowohl der
Zeit, der Natur, als auch der Gottheit Widerstand
zu leisten. Und in diesem Zusammenhang zitiert Zambrano
die beiden Terzette des vielleicht berühmtesten
Sonetts des spanischen Dichters „Cerrar podrá
mis ojos la postrera:
Alma a quien todo un dios prisión ha sido,
Venas que humor a tanto fuego han dado,
Médulas que han gloriosamente ardido,
Su cuerpo dejarán, no su cuidado;
Serán cenizas, mas tendrán sentido. (Zambrano
2000: 58)
An dieser Stelle eröffnen sich
dem Übersetzer zwei Möglichkeiten und zwar
unabhängig davon, ob er das Gedicht kennt oder
nicht. (1.) Er übersetzt die Strophen, wie sie
im spanischen Ausgangstext stehen. (2.) Er benutzt
eine Quevedo-Ausgabe, um eine kontextualisierte Übersetzung
der Gedichtstrophen zu unternehmen. Im ersten Fall
übersetzt er Zambrano, im zweiten Fall übersetzt
er Quevedo, und damit einen Intertext, also den Text
eines weiteren, fremdsprachigen Autors. Man wird gleich
sehen, welche Unterschiede für das Translat beide
Arbeitshypothesen mit sich bringen.
Nach einer integralen Lektüre
des Gedichtes, das Dámaso Alonso als „seguramente
el mejor de Quevedo, probablemente el mejor de la
literatura española (Alonso 1989: 440)
bezeichnet hat, stellen wir fest, daß die Strophen
im Zitat Zambranos unvollständig sind. Auf den
ersten Blick wird ersichtlich, daß der Schlußvers
fehlt. Und dennoch endet das Zitat nach „sentido
mit einem Punkt. In der kritischen Textausgabe von
James O. Crosby liest man die Terzette in dieser Fassung:
Alma, a quien todo un Dios prisión ha sido,
Venas, que humor a tanto fuego han dado,
Medulas, que han gloriosamente ardido,
Su cuerpo dejará, no su cuidado;
Serán ceniza, mas tendrá sentido;
Polvo serán, mas polvo enamorado. (Quevedo 1989:
255-6)
Ein Vergleich der Terzette zeigt,
daß, abgesehen von dem fehlenden Vers, das Zitat
bei Zambrano nicht die konventionelle räumliche
Trennung der Terzette vornimmt und die Textedition
Crosbys zudem drei grammatikalische Abweichungen aufweist.
Bei Crosby heißt es zu Anfang
des ersten Verses des zweiten Terzettes „Su cuerpo
dejará, ..., wohingegen Zambrano „Su
cuerpo dejarán, ... schreibt. Im zweiten
Vers dieses Terzettes spricht der Text der Crosby-Ausgabe
von „Serán ceniza und das entsprechende
Verb steht im Singular „tendrá, während
Zambrano den Satz ganz in den Plural stellt: „Serán
cenizas, mas tendrán sentido.
Bezüglich dieser letztgenannten
grammatikalischen Diskrepanzen bot es sich an, weitere
kritische Quellen zur Poesie Quevedos zu nutzen, um
festzustellen, ob unter den Herausgebern und Kritikern
unterschiedliche Auffassungen zur Textfixierung bestehen.
Das Gedicht befindet sich z.B. auch in der zitierten
Untersuchung Dámaso Alonsos abgedruckt. Der
Philologe schreibt „dejarán, den Singular
„ceniza und verwendet den Plural „tendrán.7
In der von José Manuel Blecua besorgten Quevedo-Ausgabe,
Obra poética, finden sich die drei Abweichungen
in dieser Ausführung: „dejará, „ceniza
und der Singular „tendrá. Blecua informiert
in einer Fußnote zum Singular „dejará,
daß es sich um die Seele handelt, die den Körper
verläßt, um sich auf den Weg zum anderen
Ufer zu begeben. In diesem Sinne stellt er ein deutliches
Bezugssystem zwischen beiden Terzetten fest.8
Diese Ansicht wird von Crosby in einer diesbezüglichen
Anmerkung geteilt.
An diesem Punkt angelangt muß
sich der Übersetzer entscheiden, welchem Text,
also welcher Textinterpretation, er folgen will, bzw.
welche der aufgezeigten Abweichungen er übernehmen
oder zu verändern beabsichtigt.
Bei unserer Übersetzung haben
wir uns für folgendes Vorgehen entschlossen:
Wir haben eine räumliche Trennung zwischen den
Terzetten etabliert, wie sie zumindest bei der historischen
Gattungsform Sonett üblich ist; den letzten Vers
hinzugefügt; den Plural des Verbs „dejar
übernommen, so wie er bei Zambrano (und Dámaso
Alonso) gegeben ist. Eine Entscheidung hinsichtlich
des Plurals oder Singulars des Substantivs „ceniza
erweist sich im Hinblick auf eine Übersetzung
ins Deutsche als irrelevant, da das deutsche Wort
„Asche ausschließlich im Singular verwendet
wird. Nach diesen Änderungen liest sich unser
Übersetzungsvorschlag wie folgt:
Seele, die einem ganzen Gott als Fessel diente,
Venen, die soviel Feuer Puls gegeben,
Herz, das einmal glorreich glühte,
den Körper geben sie auf, nicht aber das Sorgen,
werden Asche sein, doch mit Sinn beseelte,
werden Staub sein, doch verliebter Staub auch morgen.
(Zambrano 2004: 60)
Eine andere Möglichkeit wäre,
eine bestehende Quevedo-Übersetzung in unseren
Text einzufügen. Dieser Weg wurde unlängst
von einer zweisprachigen, französisch-spanischen
Ausgabe von La agonía de Europa eingeschlagen.9
Die Übersetzerin hat die Terzette einer französischen
Quevedo-Übersetzung von Bernard Pons entnommen,
wobei nicht nur die behandelten grammatikalischen
Abweichungen mit dem Zambrano-Zitat übereinstimmen
und die Einrückung fehlt, sondern gleichfalls
der Schlußvers nicht abgedruckt wird und das
Gedicht trotz dieser Verkürzung mit einem Punkt
endet.
Wohingegen der Übersetzer
nicht dazu verpflichtet ist, zu Autorzitaten Stellung
zu nehmen, scheint es dennoch ratsam, auf die Fragmenthaftigkeit
eines solchen hinzuweisen, zumal der Zielleser das
ursprüngliche Werk, hier das Gedicht Quevedos,
nicht kennen muß. Insbesondere wenn man, wie
die französische Übersetzerin, notgedrungen
auch den französischen Übersetzer Pons teilweise
doch dem Zambrano-Text anpassen, d.h. verändern,
muß. Daß dies bei der Valencia-Ausgabe
nicht geschieht, zeigt, daß sie autor- bzw.
originalzentriert ist und entsprechend keine Rücksicht
auf die französische Übersetzung nimmt.
2. Hölderlin. In ihrem
erstmals 1955 in Mexiko erschienen Werk El hombre
y lo divino (2., erweiterte Fassung 1973) bezieht
sich Zambrano auf den romantischen Dichter Hölderlin.
Wiederum handelt es sich um einen Intertext, diesmal
jedoch um ein direktes Zitat mit Autor- und Werkangabe.
In diesem Fall stellt sich dem gründlichen Übersetzer
eigentlich keine Frage: Für das zu übersetzende
Zitat muß der deutsche Ausgangstext gesucht
werden.
Tatsächlich bezieht sich
die spanische Philosophin bei zwei Gelegenheiten auf
den Dichter, und zwar im selben Textabschnitt auf
zwei verschiedene Werke. Die Zitate erfolgen in einem
Unterkapitel zum 3. Kapitel, in dem Zambrano den Menschen
den Geschöpfen der Natur gegenüberstellt,
was ihre jeweiligen Lebens- und Seinsformen betrifft.
Wohingegen der Mensch in wichtigen Augenblicken seines
Lebens Entscheidungen fällen muß, die seine
Freiheit und auch Einsamkeit widerspiegeln, sind die
Geschöpfe der Natur weder frei noch müssen
sie sich entscheiden, da sie über ein unveränderliches
und paradiesisches Sein verfügen. In diesem Zusammenhang
heißt es:
La percepción que así
ocurre ha intervenido sin duda en que la nostalgia
de una vida paradisíaca se proyecte sobre la
vida de la naturaleza [...] En forma paradójica
Hölderlin expresó nostalgia y remordimiento
de no ser como las criaturas naturales: „las estrellas
han elegido la constancia (Hiperión:
segunda parte, sexta carta). (Zambrano 1993: 313)
Gemäß unserer Vorgehensweise
nach Kriterien des „methodischen Zweifels stellen
wir unserer Übersetzung die Verifizierung der
genannten Quellenangabe voran. Beide Angaben entsprechen
dem deutschen Text. Es versteht sich von selbst, daß
wir für unsere Version eine Ausgabe des Hyperion
verwenden:
Alle Geschöpfe der Natur gehorchen
unablässig. Auf paradoxe Weise hat Hölderlin
jene Wehmut und das schlechte Gewissen ausgedrückt,
nicht wie die Geschöpfe der Natur zu sein: „Beständigkeit
haben die Sterne gewählt (Hyperion,
2. Buch, 6. Brief).
Zwei Sätze später findet
sich ein weiterer Hinweis auf den Dichter. Diesmal
bezieht sich das Zitat auf die Gedichte der sogenannten
Wahnsinnsperiode. Zambrano schreibt dazu:
Y así el estado de naturaleza
se presenta como un retorno a la patria primera en
busca de la fuente primaria y pura de la vida, en
busca también de la „fuente de la imagen originaria
- verso final de „La primavera, uno de los poemas
de la locura. (Zambrano 1993: 313-4)
Im Gegensatz zu dem zitierten Gedicht
Quevedos verfügt der Übersetzer an dieser
Stelle über eine präzise Angabe, wo er den
Textausschnitt im Werk Hölderlins suchen muß.
Bei unserem Rückgriff auf die späten Gedichte
entdecken wir, daß es verschiedene Gedichte
mit dem Titel „Der Frühling gibt. So finden
sich z.B. unter den 49 Gedichten der zweisprachigen
spanischen Ausgabe, Poemas de la locura (Hiperión
1988), 9 Gedichte mit diesem Titel. Mit Erstaunen
müssen wir feststellen, daß keines davon
den besagten Schlußvers oder einen Textausschnitt
aufweist, der auch nur entfernt eine Rückübersetzung
von „fuente de la imagen originaria sein könnte.
Was ist zu tun?
Der Hinweis auf den Autor und das
Zitat selbst sind so deutlich, daß wir davon
ausgehen müssen, daß sich der Vers in einem
anderen Gedicht befindet. Nachdem wir erneut die vollständige
Dichtung Hölderlins aus dem besagten Zeitraum
der späten Gedichte gelesen haben, gelangen wir
zu der Schlußfolgerung, daß Zambrano richtig
zitiert hat, es sich indes um ein anderes Gedicht
mit dem Titel „Der Spaziergang handelt. In diesem
Gedicht lautet nämlich der letzte Satz wie folgt:
[...] Die Gottheit freundlich geleitet
Uns erstlich mit Blau,
Hernach mit Wolken bereitet,
Gebildet wölbig und grau,
Mit sengenden Blitzen und Rollen
Des Donners, mit Reiz des Gefilds,
Mit Schönheit, die gequollen
Vom Quell ursprünglichen Bilds. (Hölderlin
1988: 88)
Tatsächlich läßt sich
der Schlußvers ähnlich dem Zitat Zambranos
ins Spanische übertragen: „fuente de la imagen
originaria.10
Unter der Annahme, daß es sich um eine Verwechslung
handeln muß, übertragen wir den Satz auf
diese Weise:
Und so erweist sich der Naturzustand
als ein Zurückkehren zur ursprünglichen
Heimat, auf der Suche nach dem reinen Urquell des
Lebens und ebenso auf der Suche nach dem „Quell ursprünglichen
Bilds - dem Schlußvers von „Der Spaziergang,
einem Gedicht der Wahnsinnsperiode.
Das letzte Beispiel zeigt, daß
der Übersetzer damit rechnen sollte, daß
der Leser der deutschen Übersetzung die Dichtung
Hölderlins kennt und ihm möglicherweise
sofort die Verwechslung auffällt. Zudem ist bei
Zitaten im allgemeinen davon ausgehen, daß der
Leser diese kontextualisieren will oder den genannten
Autor und sein Werk genauer kennenzulernen wünscht.
In beiden Fällen wird er notwendigerweise auf
die Abweichung stoßen. Fällt es in den
Bereich der Verantwortlichkeit des Übersetzers,
diese Mißverständnisse vorherzusehen und
ihnen vorzubeugen? Hier teilen sich die Meinungen.
Für dieses letzte Beispiel aus El hombre y
lo divino haben wir eine portugiesische Übersetzung
von 1995 gefunden, die sich auch der zweiten, erweiterten
Textausgabe von 1973 bedient.11
Was die Hölderlin-Beispiele angeht, wird Zambranos
Wortlaut unverändert übernommen. Man darf
also davon ausgehen, daß die Zitate nicht verifiziert
wurden, was wiederum annehmen läßt, daß
die portugiesischen Übersetzer den romantischen
Dichter aus dem Spanischen übertragen haben.
Der zusätzliche Arbeitsgang des Rückgriffs
auf eine z.B. zweisprachige Werkausgabe wurde nicht
unternommen. Da uns keine weiterführenden Angaben
zur portugiesischen Version zur Verfügung stehen,
besteht auch die Möglichkeit, daß die Übersetzer
einer bestimmten Arbeitsmethode gefolgt sind, die
gewisse Kriterien und Prioritäten befolgt hat
und in diesem Fall wäre die ungeprüfte Übernahme
von Elementen des Ausgangstextes nichts anderes als
eine translatorische Entscheidung.
Gleichwohl trägt eine Übersetzung
zur Bildung einer gewissen Vorstellung vom Autor,
seinem Denken und der Art und Weise wie dieser seine
Ausführungen belegt bei. Das ist um so zutreffender,
wenn es sich um eine einleitende Übersetzung
handelt, d.h. ein Werk, das zum ersten Mal in eine
Sprachkultur eingeführt wird. Das trifft auf
die beiden angesprochenen Werke María Zambranos
zu, die zum ersten Mal in deutscher Sprache vorliegen.
Der einzige frühere Hinweis auf Zambrano im deutschen
Kulturraum besteht in der Version ihres Spätwerks,
Claros del bosque (1977), das 1992 bei Suhrkamp
unter dem Titel Waldlichtungen (in der Übersetzung
von G. Poppenberg) herauskam. Im Gegensatz zu anderen
romanischen und auch englischsprachigen Ländern,
wo der Leser seit Jahrzehnten Zugang in seiner Sprache
zu den Hauptwerken der Autorin hat, ist Zambrano sozusagen
eine Unbekannte im deutschsprachigen Raum. Zu dieser
Abwesenheit in den Regalen der Buchhandlungen kommt
die Abwesenheit ihres Denkens bei wissenschaftlichen
Debatten und im Großteil der spezialisierten
Fachliteratur und Nachschlagewerke. Mit Blick auf
diesen Rezeptionshorizont wird klar, daß eine
Einführung der Philosophin via Übersetzung
in nicht unbedeutendem Maße zur Formung eines
Bildes von Autorin und Werk beiträgt und Weichen
stellen kann in bezug auf ihre Integrierung in den
philosophischen Kanon der Zielkultur. Auch in diesem
Sinne ist der „methodische Zweifel als Vorbedingung
für jede translatorische Neuschreibung dazu geeignet,
mögliche Mißverstände nicht erst aufkommen
zu lassen und gleichzeitig einen Beitrag zur Textfixierung
der Vorlage zu leisten.
Im Rückblick läßt
sich sagen, daß man zwischen einer horizontalen
und einer vertikalen Übersetzung unterscheiden
kann. Eine horizontale Übersetzung, wie z.B.
die angesprochene französische oder portugiesische,
nimmt sich vor, allein das zu übersetzen, was
„da ist, auf der epidermischen Textebene. Dabei
kommt es unweigerlich zu einer mechanischen Umschreibung
der Zeichen, ohne diese zu hinterfragen. Strenggenommen
wird hier das übersetzt, was der Text schreibt,
aber nicht, was er sagt. Das horizontale Übersetzen
suggeriert die Illusion eines direkten Zugangs zum
Text. Daß es sich dabei um eine Illusion handelt,
zeigt die Sprache selbst, die dem Sprecher erst über
die Brücke verschiedener Lernmechanismen und
im Laufe der Geschichte ausgebildeter Konventionen
zugänglich wird.12
In der Tat ist das, was „da ist nie in seiner
Ganzheit präsent. Es muß erst freigelegt
werden. Und zwar nicht nur semasiologisch oder onomasiologisch,
also unter alleiniger Einbeziehung der Sprache des
Textes, sondern auch hinsichtlich der Generierung
seiner einzelnen Elemente.
In diesem Sinne folgt die vertikale
Übersetzung der Textgenealogie. Bei unseren Beispielen
handelte es sich um Werke und Autoren, die den Text
ergänzen und Wege nach „draußen darstellen,
d.h. ihn mit anderen literarischen Kulturen und Epochen
vernetzen. Indem der vertikale Übersetzer eine
fragende Haltung einnimmt, die jeder seiner translatorischen
Entscheidungen vorausgeht, wird mit der konkreten
Problemlösung auch die Gesamtstrategie neu überdacht
und eventuell revidiert oder fortgeführt. Der
bei jeder Übersetzungshandlung anfallende Entscheidungsprozeß
ist jedoch nicht nur bedingt und erklärbar durch
eine Serie von verschiedenen aufeinanderfolgenden
Situationen, die den Übersetzer dazu verpflichten,
sich zwischen mehreren Alternativen zu entscheiden.
Dieser Prozeß wird von Levý z.B. mit
dem Mechanismus des Schachspiels verglichen, wo ein
Zug auf den anderen folgt und bestimmt wird durch
die vorausgehenden Entscheidungen und die von diesen
generierte Situation (Levý, 1981: 220). Die
in unserem Beitrag angesprochenen Fragestellungen
wurden jedoch nicht durch Lösungsalternativen
verursacht, die selektive Entscheidungen erforderten,
sondern waren bedingt durch die Multiplizität
der Ausgangstexte und die Unstimmigkeiten zwischen
Geschriebenem und Gesagtem. Die Asymmetrie der Wege,
die ein Werk ergänzen und neue Labyrinthe eröffnen,
hat gezeigt, daß erst der Zeifel zur Überprüfung
der Vorlage führt und damit eine intertextuell
stimmige Übersetzung gewährleistet.
Die Tatsache, daß der vertikale
Übersetzer sich weigert, der illusorischen Zeichenreihe
mechanisch zu folgen, um stattdessen nach dem rapport
zu fragen, der sie an einem Ort und in einer Zeit
versammelt, verweist auf eine Stellungnahme, die nicht
nur einen intertextuellen Bezug zwischen dem Drinnen
und Draußen des Textes vertritt, sondern ebenso
einen interauktoralen zwischen dem Autor und dem Übersetzer.
Die Subjekt-Position des Übersetzers ist folglich
dazu geeignet, mehr als eine Funktion zu beinhalten
und anzuwenden, je nach Komplexität des Textes
und gemäß dem konkreten Projekt, von dem
jener sich leiten läßt. Wie unsere Beispiele
zeigten, können diese Funktionen u.a. die des
Kritikers, Philologen oder Herausgebers sein.
Als Kritiker wertet der Übersetzer
den Text in seiner Gesamtheit und seinen Teilen und
entscheidet, welche Maßnahmen vorzunehmen sind,
um ggf. Komponenten desselben zu ändern oder
beizubehalten im Hinblick auf die Texteinheit und
-einheitlichkeit. Als Philologe analysiert er die
Authentizität und Bedeutung bzw. den Sinngehalt
des Textes und stellt ihn fest oder u.U. wieder her
anhand der Mittel, die ihm zur Verfügung stehen.
Als Herausgeber legt er das Zielpublikum und die zielseitige
Funktion fest, die ihm als Bezugspunkt für die
stilistische und sprachliche Neuschreibung dienen.
In diesem Sinne läßt sich
sagen, daß die Autor-Funktion Kontrollformen
verdeckt und vorwegnimmt, die dem übersetzten
Text extern sind, und in unserem Fall durch die Selektion
und Exklusion bestimmter Elemente und die Inklusion
anderer sichtbar wurde.13
Die Beispiele suggerieren, daß die intertextuelle
Dynamik, die sich zwischen Text und Übersetzung
entwickelt, nicht allein durch die Wechselwirkung
zwischen diesen Texten oder die Kenntnis der textkritischen
Geschichte eines Einzelwerkes14
oder vorangehende Neuschreibungen verschiedener Art
zu erklären ist, auch wenn diese als mögliche
intrasystemische Konditionanten auf die Modi späterer
Neuschreibungen (auch extrasystemischer Art, wie z.B.
Übersetzungen) wirken.
In diesem Zusammenhang ist es sinnvoll,
an die Kritik zu erinnern, die Bourdieu an die russischen
Formalisten und Foucault richtet, wenn er schreibt:
„ils ne considèrent que le système des
oeuvres, le réseau de relations entre les textes,
l'intertextualité ; et, comme lui, ils
sont contraints de trouver dans le système
des textes lui-même le principe de sa dynamique.
Tynianov par exemple affirme explicitement que tout
ce qui est littéraire ne peut être déterminé
que par les conditions antérieures du système
littéraire (Foucault dit la même chose
pour les sciences) (Bourdieu 1994 : 65).
Die Dynamik zwischen Text und
Übersetzung ist in Wirklichkeit bedingt durch
die Position, die der Übersetzer im zielseitigen
kulturellen und literarischen Kraftfeld einnimmt und
die strategischen Möglichkeiten, die seine Situation
als Neuschreiber definieren. Diese Einschränkungen
(wie sozio-ökonomische Faktoren oder Abgabetermine)
werden seine Haltung dem Text gegenüber bestimmen
sowie die Diversität der Subjekt-Positionen,
anhand derer sich seine Teilnahme an der Autor-Funktion
vollzieht.
Schlußendlich erhebt sich
die Frage, ob die Handlung des Übersetzers ausschließlich
der Ausführung einer Reihe von Mechanismen dient,
die ihm das System aufzwingt, in welchem Fall das
Übersetzen einer instrumentalisierten Reaktion
entspräche. Oder ob ganz im Gegenteil der Grad
der Autonomie, der eine Übersetzung beschreibt,
auf die proportionale Freiheit des Übersetzers
hinsichtlich seiner Umstände rückverweist.
Die tatsächliche Macht des Übersetzers könnte
demgemäß auch im Widerstand liegen, den
er einer Instrumentalisierung seiner Arbeit entgegenzusetzen
gewillt ist.
Bibliographie:
Alonso,
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en la poesía de Quevedo, Obras Completas,
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Bourdieu, Pierre (1994): „Pour une
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Enzensberger, Hans Magnus (1999):
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Mensch und das Göttliche, übersetzt
und mit einem Nachwort versehen von Charlotte Frei,
Wien: Turia + Kant.
1
Foucault 1994a: 817.
2
Nach Foucault ist die Autor-Funktion „liée au
système juridique et institutionnel qui enserre,
détermine, articule l'univers des discours ;
elle ne s'exerce pas uniformément et de la même
façon sur tous les discours, à toutes
les époques et dans toutes les formes de civilisation ;
elle n'est pas définie par l'attribution spontanée
d'un discours à son producteur, mais par une
série d'opérations spécifiques
et complexes ; elle ne renvoie pas purement et
simplement à un individu réel, elle peut
donner lieu simultanément à plusieurs
ego, à plusieurs positions-sujets que des classes
différentes d'individus peuvent venir occuper
(1994a: 803-4).
3
Auch J. E. Jackson und L. D'Hulst beginnen ihren Eintrag
„Traduction mit dieser Definition: „Traduire signifie
à la fois comprendre et interpréter, y
compris en transférant un texte d'une langue
naturelle dans une autre. C'est ce dernier sens qu'implique
usuellement le mot de traduction. In: P.
Aron, D. Saint-Jacques, A. Viala (Hrsg.) (2002): Le
dictionnaire du littéraire, Paris :
PUF.
4
Wir denken z.B. an das weite Feld der Pseudo-Übersetzungen,
also Texte, die vorgeben, die Übertragung einer
fremdsprachigen Vorlage zu sein, wohingegen sie in Wirklichkeit
Fortsetzungen von bekannten Werken sind oder „à
la manière eines beliebten Autors geschrieben
wurden. Zu dieser Schreibpraxis und ihrer Relevanz für
die Übersetzungsforschung, siehe Frei (2003, insbesondere
Kap. I).
5
In bezug auf Nietzsche erwähnt Foucault, daß
die Geschichte auch lehrt, über die „Feierlichkeiten
des Ursprungs zu lachen. Denn „l'origine est toujours
avant la chute, avant le corps, avant le monde et le
temps; elle est du côté des dieux, et à
la raconter on chante toujours une théogonie
(1994b: 139).
6
Einen nützlichen Überblick über die Sachlage
zu den verschiedenen Formen und Problemen der Intertextualität
beim literarischen Übersetzen bietet Schultze (2004).
7
Die beiden Terzette unterscheiden sich in den Editionen
von Blecua und Crosby nur hinsichtlich der Zeichensetzung.
8
Siehe hierzu Quevedo 1999: 657.
9
María Zambrano: L'agonie d'Europe - La agonía
de Europa, zweisprachig, übersetzt und eingeleitet
von Maria Plumier, Valencia: Editorial de la Universidad
Politécnica de Valencia 2004. Der Gedichtausschnitt
befindet sich auf Seite 88.
10
Die zweisprachige Hiperión-Ausgabe übersetzt:
„A la fuente de la primitiva imagen (Hölderlin,
1988: 89).
11
María Zambrano: O homem e o divino, übersetzt
von Cristina Rodríguez und Artur Guerra, Lissabon:
Relógio d'Agua 1995.
12
Meschonnic 1999: 89.
13
Was die verschiedenen Neuschreibungstypen betrifft (Kritiken,
Übersetzungen, etc.), unterscheidet Lefevere zwei
Kontrollfaktoren, einen dem literarischen System internen
und einen externen Faktor. Der erste Faktor wird durch
den „Professionellen verkörpert, der zweite
Kontrollfaktor entspricht dem „Mäzenen, d.h.
„algo similar a los poderes (personas, instituciones)
que pueden impulsar o dificultar la lectura, escritura
y reescritura de la literatura (Lefevere 1997:
29).
14
Moreno Sanz, der Herausgeber der ersten kritischen Ausgabe
von „La agonia de Europa, schreibt z.B. über
die Schwierigkeiten der textkritischen Revision dieses
Werks: „Como sucede con tantas ediciones de los libros
de María Zambrano, este apareció lleno
de erratas y aun de errores de bulto que tergiversaban
por completo el sentido de algunos pasajes. La propia
autora realizó una serie de correcciones a mano
sobre su ejemplar [...] se entrega ahora este texto
minuciosamente corregido. En primer lugar, de acuerdo
con las señaladas modificaciones realizadas por
la propia autora. Pero, en segundo lugar, corrigiendo
también evidentes errores que, posiblemente debido
a una lectura contextualizada, escaparon de las correcciones
de Zambrano; que, conviene resaltar, se hacen sobre
todo en las dos primeras partes de las cuatro de que
consta este libro, mientras que en la tercera y cuarta
apenas aparecen simples retoques, siendo así
que es en aquellas donde se producen errores más
evidentes y, en algunos casos, francamente perturbadores
del sentido del texto (Zambrano 2000: 9-10).
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