Jedes Jahr werden hunderte von neuen Wörtern in die deutsche Sprache, und
folglich in das Repertoire des Duden aufgenommen.
Besonders aus dem Englischen übernommene
Begriffe aus der Informationstechnologie,
aber auch aus der Szenesprache, halten Einzug
ins Deutsche und gehören schon bald zum
sprachlichen Alltag vieler Deutscher.
Die am 25. August diesen Jahres erschienene 22. Auflage des deutschen Duden
kennt 5000 Begriffe mehr als die vier Jahre
zurückliegende letzte Auflage. Neben
Anleihen aus der Szenesprache wie Warmduscher
(umgangssprachlich für Mann, dessen "unmännlichen"
Züge man hervorheben möchte) stammt
ein großer Teil der Neuerungen aus der
Computerwelt. Webcam ist nur einer von zahlreichen
Begriffen, der seinen Weg in das Wörterbuch
der deutschen Sprache geschafft hat.
Insgesamt werden 171 Stichwörter mit dem Zusatz "EDV" als entsprechende
Fachbegriffe qualifiziert. Zu einer kühnen
Festlegung hat sich der Duden beim Downloaden
durchgerungen - hier wird auch die unschöne
Perfektform ich habe downgeloadet akzeptiert.
Verglichen mit anderen Branchen ist die Informationstechnologie
bei den im Duden aufgenommenen Markennamen
kaum vertreten. Bisher war hier nur der Gameboy
aufgeführt, jetzt gibt es auch noch weitere
Anglizismen aus der IT-Sprache wie die Playstation,
Hyperlink und den Pentium, aber
noch kein Windows, kein Linux
und keinen Apple. Dafür übernimmt
das Rechtschreibwörterbuch die Liebe
der IT-Branche zu Abkürzungen: Berücksichtigt
wurden unter anderem die DVD, HTML
(Hypertext Markup Language), SMS
(Short Message Service) und WAP
(Wireless Application Protocol). Mit
solchen kleinen Bugs - auch dieser Begriff
hat es neu in den Duden geschafft - ist das
traditionelle Werk 120 Jahre nach Konrad Dudens
"Vollständigem Orthographischem
Wörterbuch der deutschen Sprache"
endgültig im Computerzeitalter angekommen.
Passend zu den zahlreichen aufgenommenen Anglizismen
taucht auch denglish erstmals auf -
für jenes Mischmasch von Deutsch und
Englisch, das konservativen Sprachhütern
sauer aufstö§t und deren Entsprechung
bei unseren frankophonen Nachbarn undenkbar
wäre.
Neu sind auch rote Infokästen zu schwierigen Fällen von Groß-,
Klein-, Getrennt- oder Zusammenschreibung.
So stehlt das von Philosophen geschätzte
Sosein dem So-oder-anders-Sein
gegenüber. Geblieben ist hingegen die
rote Hervorhebung von Schreibungen und Trennungen,
die nach der deutschen Rechtschreibreform
aus dem Jahre 1998 nun offiziell gelten, an
die sich aber so recht noch niemand halten
mag. Herausgefallen sind nur wenige hundert
veraltete Wörter, neben dem Pomadenhengst
etwa auch die Windbüchse.